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Ausfluss beim Mann

Sekret aus dem Penis ist ein Hauptsymptom für eine Harnröhrenentzündung. Ursache ist häufig eine Gonorrhö (Tripper) oder eine Infektion mit Chlamydien. Auch andere Erreger kommen infrage


Bei Ausfluss aus dem Penis sollte ein Mann immer einen Arzt aufsuchen

Wenn ein Mann Ausfluss (Fluor genitalis, Fluor urethralis) hat, ist das meistens ein Zeichen dafür, dass die Schleimhäute in der Harnröhre entzündet sind. Aus dem Penis kommt vermehrt Sekret, das schleimig, gelblich-grünlich und eitrig sowie übelriechend sein kann. Manche Betroffene haben eher weißlichen und klaren Ausfluss. Jucken und Brennen in der Harnröhre (Urethra) sowie Schmerzen und Probleme beim Wasserlassen sind weitere mögliche Entzündungszeichen.

Hauptursachen einer Harnröhrenentzündung (Urethritis) sind Geschlechtskrankheiten wie die Gonorrhö (Tripper) oder eine Chlamydieninfektion, die heute durch Geschlechtsverkehr zu den häufigsten sexuell übertragbarenen Erkrankungen gehört. Deshalb unterteilen Mediziner Harnröhrenentzündungen auch in gonorrhoische Urethritis und nichtgonorrhoische bzw. unspezifische Urethritis. Entzündungsauslöser können in der zweiten Gruppe neben Chlamydien, einer Bakterienart, Infektionen mit weiteren Bakterien wie Mykoplasmen sein, aber auch mit Trichomonaden, mit Viren wie Herpes-simplex-Viren oder mit Hefepilzen. Vor allem jüngere, sexuell aktive Männer sind gefährdet, sich bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr zu infizieren.


Auch Entzündungen an der Penisvorhaut sowie an der Eichel können zu stark riechendem Ausfluss führen. Sie treten häufig bei einer Infektion mit Trichomonaden auf. Daneben sind Sekretabsonderungen aus der Harnröhre manchmal auch ein Hinweis auf eine Entzündung der Prostata.



Verlauf der Harnröhre (ein Klick auf die Lupe zeigt das ganze Bild)

Geschlechtsorgane und Harnsystem sind beim Mann aufs Engste miteinander verbunden. Die Harnröhre kommt aus der Harnblase und führt in ihrem oberen Abschnitt durch einen Teil der Prostata und im vorderen durch den Penis. In der Prostata münden auch die Ausgänge der Samenleiter sowie der Prostatadrüsen in die Harnröhre. Während der Ejakulation verhindern Schließmuskeln, dass gleichzeitig Urin abgeht.

Penis und Harnröhre sind äußerst empfindlich. Deshalb können auch mechanische Reize und Eingriffe hier Entzündungen hervorrufen. Dazu gehören das Legen von Kathetern oder Sonden. Gerade ältere Männer haben vor allem nach Operationen Beschwerden im Bereich der Harnröhre.

Eine Harnröhrenentzündung kann auch durch anatomische Probleme im Harnsystem gefördert werden, wie zum Beispiel durch eine Harnröhrenverengung oder Harnröhrendivertikel. Dies sind taschenartige Ausstülpungen in der Harnröhre, die angeboren oder durch Eingriffe und entzündliche Prozesse entstanden sein können und mitunter eine chronische Urethritis zur Folge haben. Auch Tumoren im Harn- und Genitalsystem kommen als mögliche Entzündungsursache infrage.

Allergische Reaktionen, zum Beispiel auf örtlich angewandte Medikamente oder wenn die Partnerin vaginale Verhütungsmittel einsetzt, können ebenfalls krankhaften Ausfluss hervorrufen. Auch Wärme- bzw. Kältereize sind mögliche Auslöser von verstärktem Ausfluss.

Zu den Krankheiten, die mit Entzündungsprozessen in vielen Körperbereichen, auch in der Harnröhre, einhergehen können, gehören Diabetes sowie eine entzündliche Gelenkserkrankung, Reiter-Syndrom oder reaktive Arthritis genannt. Dieser Autoimmunerkrankung kann bei dafür veranlagten Menschen, in der Mehrzahl Männer, eine Infektion mit Chlamydien oder anderen Keimen, etwa Darmkeimen, vorausgehen. Harnwegsinfekte treten auch häufiger bei einer fortgeschrittenen Aids-Erkrankung auf.

Bemerkt ein Mann, dass Sekret aus der Harnröhre austritt, sollte er zunächst einen Urologen aufsuchen. Dieser wird den Betroffenen eventuell an einen Hautarzt (Dermatologen) weiterleiten, falls Verdacht auf eine Geschlechtskrankheit im engeren Sinne besteht. Wird eine mögliche Harnröhrenentzündung bzw. die zugrunde liegende Erkrankung nicht behandelt, kann sich die Infektion weiter ausbreiten und schwerwiegende Folgen haben, unter anderem Unfruchtbarkeit, chronische Entzündungen, Harnröhrenverengungen und Gelenkerkrankungen. Die Therapie richtet sich immer gegen die Entzündungsursache. Gegebenenfalls wird auch die Partnerin in die Behandlung mit einbezogen.


Hauptursachen von männlichem Ausfluss im Überblick

Entzündungen in der Harnröhre und der umgebenden Geschlechtsorgane führen häufig zu vermehrter Sekretbildung. Verantwortlich sind überwiegend direkte Infektionen durch Mikroben oder die entzündlichen Folgen von Katheteranwendungen

Harnröhrenentzündung durch Gonorrhö (Tripper)

Symptome: Oft schmerzhafter, weißlicher, gelblicher oder grünlicher, eitriger Ausfluss, der sich häufig morgens zeigt (Bonjour-Tröpfchen), Brennen beim Wasserlassen, mitunter geschwollene, schmerzende Hoden. Fieber kann dazu kommen.
Ursache: Zu den klassischen Geschlechtskrankheiten zählt die Gonorrhö, die durch eine Bakterienart, die Gonokokken, ausgelöst wird. Diese setzen sich in der Schleimhaut von Genitalien, Mund und After fest und werden hauptsächlich beim Geschlechtsverkehr mit den Samen bzw. der Scheidenflüssigkeit übertragen. Vor allem bei Frauen kann die Erkrankung anfangs ohne deutliche Symptome verlaufen, bei Männern führt die durch die Gonokokken ausgelöste Harnröhrenentzündung meist zu eitrigem Ausfluss und Problemen beim Wasserlassen. Unbehandelt kann eine Gonorrhö beim Mann zu Vernarbungen in der Harnröhre, Entzündungen der Prostata oder Nebenhoden, chronischen Entzündungen in der Harnröhre, an Augen und Gelenken führen.
Diagnose: Für den Urologen ist einmal die Krankengeschichte des Patienten aufschlussreich. Auch mögliche Symptome bei der Partnerin können erste Hinweise geben. Für den Erregernachweis entnimmt der Arzt eine Sekretprobe aus der Harnröhre. Der Ausstrich wird eingefärbt und unter dem Mikroskop analysiert. Eine anschließende Laboruntersuchung kann die Diagnose absichern. Auf speziellen Nährböden lassen sich die Erreger noch genauer bestimmen. Es kann durchaus sein, dass gleichzeitig noch weitere sexuell übertragbare Erreger nachzuweisen sind, wie Chlamydien und Trichomonaden.
Therapie: Zur Behandlung stehen gut wirksame Antibiotika zur Verfügung, die gegebenenfalls gleichzeitig oder in Kombination auch gegen andere vorhandene Erreger wirken. Sexualpartner sollten ebenfalls untersucht und behandelt werden. Bis zum Ende der Behandlung sollten die Betroffenen keinen Geschlechtsverkehr haben. Geschützter Geschlechtsverkehr (safer sex) mit Kondomen ist die wichtigste Vorsorgemaßnahme.


Harnröhrenentzündung durch Chlamydien

Symptome: Schleimiger bis eitriger Ausfluss, Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen. Das Anfangsstadium der Erkrankung kann auch ohne Symptome verlaufen, besonders bei Frauen. Der Ausfluss des Mannes ist dann oft der erste Hinweis.
Ursache: Chlamydien sind Bakterien, die in den Zellen nisten und je nach Art Erkrankungen in unterschiedlichen Körperteilen auslösen können. Infektionen im Genitalbereich werden von der Bakteriengruppe Chlamydia trachomatis verursacht. Chlamydieninfektionen sind die häufigste Ursache von Harnröhrenentzündungen bei jüngeren Männern. Oft lassen sich gleichzeitig noch andere Erreger nachweisen, wie Mykoplasmen oder manchmal auch Gonokokken (siehe oben unter Gonorrhö). Die Übertragung geschieht in den meisten Fällen durch sexuellen Kontakt mit einer infizierten Partnerin bzw. einem infizierten Partner. Chlamydien können auch die Augen und Gelenke befallen. Unbehandelt breitet sich eine Chlamydieninfektion weiter aus und verursacht neben einer Harnröhrenentzündung Entzündungen der Eichel, der Vorhaut, der Nebenhoden und möglicherweise Sterilität.
Diagnose: Bei der Untersuchung sieht der Urologe häufig Rötungen am Harnröhrenausgang und bisweilen auch Schwellungen und Rötungen an der Eichel und Vorhaut. Eine eingefärbte Sekretprobe zeigt unter dem Mikroskop vielfach schon die vorhandenen Bakterien. Urinuntersuchungen (Erststrahlurin) und weitere Sekretanalysen im Labor sichern die Diagnose ab.
Therapie: Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika. Wichtig ist eine gleichzeitige Behandlung von Sexualpartnern. Frauen sollten die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Für Männer ist bei wechselnden Sexualpartnern geschützter Geschlechtsverkehr die erste Maßnahme, um folgenreichen Infektionen vorzubeugen.

Mykoplasmen: Mit ähnlichen Symptomen wie eine Chlamydieninfektion äußern sich Infektionen mit anderen Bakterienarten, allen voran mit Mykoplasmen. Sie zählen zu den häufigsten Erregern einer Harnröhrenentzündung, die nicht durch Gonokokken oder Chlamydien verursacht wurde. Zur Familie der Mykoplasmen gehört zum Beispiel das Bakterium Ureaplasma urealyticum, das oft als Entzündungsverursacher nachgewiesen wird. Diagnose und Therapie erfolgen meist wie bei Chlamydien.

Herpes-simplex-Viren (HSV) können ebenfalls zu einer Harnröhreninfektion führen, allerdings eher selten. Für eine Herpesinfektion der Genitalien sind überwiegend Viren vom Typ 2 verantwortlich, aber zunehmend auch vom Typ 1, die vorwiegend Fieberbläschen verursachen. Die Viren werden beim Geschlechtsverkehr übertragen. Eine Infektion zeigt sich zuerst durch brennende, juckende Hautstellen an Penis und Hodensack, dann durch entzündliche Bläschen. Die Behandlung erfolgt mit abheilenden Cremes und gegebenenfalls mit antiviralen Medikamenten.

Harnröhrenentzündung durch Trichomonaden

Symptome: Eher dünnflüssiger, häufig weißlicher Ausfluss. Brennen, Jucken, Schmerzen beim Wasserlassen, Probleme beim Harnabgang und bei der Ejakulation. Entzündungen an Eichel und Vorhaut. Die Infektion kann bei Männern auch ohne Symptome verlaufen. Hier können Symptome der Partnerin Hinweise geben.
Ursache: Trichomonaden sind Parasiten, sogenannte Flagellaten oder Geißeltierchen. Sie lösen bei Frauen vor allem Scheideinfektionen aus, bei Männern Harnröhrenentzündungen. Männer stecken sich in erster Linie beim Geschlechtsverkehr an. Sie können die Erkrankung auch ohne ihr Wissen übertragen, da sie bei ihnen nicht immer mit Beschwerden verbunden ist.
Diagnose: Urinuntersuchungen und Sekretanalysen unter dem Mikroskop geben Hinweis auf die Entzündung und die Erreger. Bei der Untersuchung sieht der Urologe häufig auch schon Entzündungszeichen wie Rötungen und Schwellung an Eichel und Vorhaut.
Therapie: Für eine erfolgreiche Behandlung sollten beide Partner behandelt werden. Spezielle Medikamente wie Metronidazol wirken gegen die Erreger. Geschützter Geschlechtsverkehr (safer sex) ist bei wechselnden Partnern der Hauptschutz.


Harnröhrenentzündung durch Pilzinfektionen

Symptome: Schleimiger Ausfluss, eventuell gerötete, schmerzende Eichel und Vorhaut, Jucken, Brennen sowie Schmerzen im Harnröhrenbereich. Mitunter zeigen sich weißliche Beläge an Eichel und Vorhaut. Die Infektion verläuft häufig auch symptomlos.
Ursache: Pilzinfektionen sind bei Männern eher selten Auslöser für Ausfluss und Beschwerden in der Harnröhre. Haupterreger sind Hefepilze, candida albicans. Diese siedeln bei vielen gesunden Menschen im Magen-Darm-Trakt. Männer stecken sich meist beim Geschlechtsverkehr an. Sehr oft ist eine geschwächte Abwehr der Grund, dass sich Pilze ausbreiten und zu Beschwerden führen können. Eine Diabeteserkrankung kann hier ebenfalls eine Rolle spielen. Bei Frauen sind die Symptome einer Pilzinfektion in der Regel ausgeprägter. Männer können ihre Partnerin anstecken, ohne von der eigenen Infektion zu wissen.
Diagnose: Wichtige erste Hinweise gibt die Krankengeschichte, auch die der Partnerin. Es gilt zudem, eine mögliche Immunschwäche abzuklären. Wenn Beschwerden und deutliche Entzündungszeichen auftreten, wird der Arzt Sekretproben von der Eichel und Harnröhre im Labor untersuchen lassen. Speziell angelegte Kulturen geben Nachweis über die Pilzerreger.
Therapie: Medikamente gegen Pilze, Antimykotika, die als Salben, Cremes oder Gel örtlich aufgetragen oder in Tablettenform eingenommen werden, helfen, die Infektion auszuheilen. Beide Partner sollten die Behandlung konsequent durchführen, um weitere gegenseitige Ansteckung (Ping-Pong-Effekt) zu vermeiden. Eine sorgfältige Intimhygiene ist unerlässlich. Treten bei jungen Männern gehäuft Pilzinfektionen auf, kann es ratsam sein, die Vorhaut entfernen zu lassen (Beschneidung). Maßnahmen, um ein möglicherweise angegriffenes Immunsystem zu stärken, sind ebenfalls wichtiger Teil der Behandlung.

Harnröhrenentzündungen durch Katheteranwendungen

Symptome: Zu den Krankheitszeichen zählen wässriger bis eitriger Ausfluss, je nachdem, welche Erreger vorherrschen. Schmerzen, Brennen und Jucken in der Harnröhre und beim Wasserlassen kommen dazu.
Ursache: Eine sehr häufiger Grund für Entzündungen in der Harnröhre sind Katheteranwendungen. Vor allem bei Dauerkathetern steigt die Gefahr, dass Keime eindringen. Der mechanische Reiz fördert zusätzlich entzündliche Vorgänge.
Diagnose: Die Untersuchung entspricht der bei Harnröhreninfektionen. Treten nach Katheteruntersuchungen oder bei Katheterträgern die typischen Beschwerden auf, ist das in der Regel ein deutlicher Hinweis auf einen Entzündungsprozess. Untersuchungen des Urins und von Sekretproben im Labor geben Aufschluss über verantwortliche Erreger.
Therapie: Für die Behandlung muss in der Regel der Katheter entfernt oder durch eine andere Lösung ersetzt werden, bis die Entzündung ausgeheilt ist. Je nach Erreger wird der Arzt die passenden Medikamente, wie etwa Antibiotika, einsetzen. Wichtig ist absolute Sauberkeit bei Handhabung und Pflege des Katheters.


Vorhautentzündung (Posthitis) und Entzündung der Eichel (Balanitis)

Symptome: Übelriechender Ausfluss kommt bei beiden Entzündungsformen vor, die sehr oft gemeinsam auftreten. Vorhaut und Eichel sind gerötet und geschwollen. Jucken, Brennen und Schmerzen kommen häufig dazu. Auch Hautflecken und -knötchen oder weißliche Beläge sind möglich.
Ursachen: Durch mangelnde Hygiene lagern sich vermehrt Absonderungen der Vorhautdrüsen (Vorhautschmiere, Smegma) an, die einen Nährboden für Keime wie Bakterien und Pilze bilden und damit Entzündungen an Vorhaut und Eichel begünstigen. Auch ein geschwächtes Immunsystem und Erkrankungen wie Diabetes erhöhen die Infektionsanfälligkeit. Eine Vorhautverengung und aufsteigende Harnröhreninfektionen können die Folge sein, wenn die Erkrankung nicht wirksam behandelt wird. Auch steigt das Risiko für Peniskrebs.
Diagnose: Der Urologe erkennt häufig schon die typischen Entzündungszeichen. Unter dem Mikroskop werden Sekretproben untersucht, um den Erregertyp feststellen zu können. Auch Urinuntersuchungen geben Aufschluss.
Therapie: Die Behandlung richtet sich gezielt gegen den oder die Haupterreger der Infektion. Der Arzt wird ein passendes Antibiotikum verschreiben, gegebenenfalls auch ein Antipilzmittel (Antimykotikum). Das Medikament wird meist örtlich als Salbe oder Creme aufgetragen. Wichtig ist es, Eichel und Vorhaut gut zu reinigen. Dazu wird die Vorhaut zurückgeschoben und der ganze Bereich mit lauwarmem Wasser gesäubert. Sitzbäder mit beruhigenden Zusätzen wie Kamille unterstützen die Heilung. Ist die Vorhaut zu eng, kann auch eine Beschneidung der Vorhaut angezeigt sein.


Therapie und Selbsthilfe

Die Behandlung von entzündlichem Ausfluss richtet sich nach den zugrunde liegenden Erregern. Safer Sex, vernünftige Intimpflege und ein gestärktes Immunsystem helfen vorzubeugen

Damit sich eine Infektion von der Harnröhre nicht weiter ausbreitet und Folgeschäden wie Nebenhodenentzündungen, Harnröhrenverengungen oder Prostataentzündungen nach sich zieht, ist es wichtig, dass ein Mann, wenn er Ausfluss bemerkt, einen Urologen, also einen Facharzt für Krankheiten der Nieren, der Harnwege und männlichen Genitalien, aufsucht. Die Therapie zielt auf den oder die verantwortlichen Erreger. Zum Einsatz kommen häufig Mittel gegen Bakterien (Antibiotika) und/oder gegen Pilze (Antimykotika). Da die Ursache sehr oft sexuell übertragbare Erkrankungen sind, ist es sinnvoll, Sexualpartner mitzubehandeln. Den Heilungsprozess unterstützen können Sitzbäder mit entzündungshemmenden Zusätzen oder Heilkräuterextrakten wie Kamille.

Bei Männern, die Probleme mit einer zu engen Vorhaut haben, kann eine Beschneidung wiederholten Infektionen entgegenwirken.

Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes begünstigen entzündliche Prozesse im Bereich der Geschlechtsorgane. Eine gute Blutzuckereinstellung ist hier unerlässlich, um Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Geschützter Geschlechtsverkehr mit Kondomen und eine angemessene Intimhygiene können Infektionen im Bereich der männlichen Geschlechtorgane vorbeugen. Für die tägliche Reinigung genügt meist lauwarmes Wasser. Dazu sollten Männer die Vorhaut zurückschieben und den Bereich um die Eichel sanft säubern. Auch eine feste Partnerschaft, in der beide regelmäßig die notwendigen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, stellt einen wichtigen Schutzfaktor dar. Wesentlich ist es, offen miteinander über eventuelle Beschwerden im Intimbereich zu sprechen.

Und: Übermäßiger Alkoholkonsum sowie Rauchen fördern die Infektionsanfälligkeit, auch die Entwicklung von entzündlichen Veränderungen im Genitalbereich, die krankhaften Ausfluss verursachen können. Regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung helfen, die Abwehrkräfte zu stärken und ein vernünftiges Körperbewusstsein zu entwickeln.

 


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


 

Quellen: Hautmann, Huland: Urologie zum Verstehen, Lernen und Anwenden, Springer 2006; Sökeland, Schulze, Rübben: Urologie, verstehen – lernen – anwenden, Thieme 2002; Suttorp e.a.: Infektionskrankheiten, verstehen, erkennen, behandeln, Thieme 2003; Fachredaktion: Dr. med. Claudia Osthoff



Andrea Blank-Koppenleitner / www.apotheken-umschau.de; 26.05.2009, aktualisiert am 08.02.2012
Bildnachweis: W&B/Jörg Neisel, Jupiter Images GmbH/Creatas, Panthermedia/Juri Arcurs

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