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Schlaganfall (Apoplex)

Alles über den Schlaganfall im Kurz-Überlick: Zahlen, Definition, Ursachen, Risikofaktoren, erste Hilfe, Therapie, Rehabilitation und Vorbeugen. Genaueres finden Sie auf den folgenden Seiten


Ursache eines Schlaganfalls: "verstopfte" oder "gerissene" Blutgefäße

Was ist ein Schlaganfall?

Wichtig: Jeder Schlaganfall ist ein akuter Notfall. Betroffene müssen schnellstmöglich in ein Krankenhaus mit einer speziellen Schlaganfallstation (Stroke Unit) eingeliefert werden! (siehe Symptome und erste Hilfe)

Zahlen und Fakten

Der Schlaganfall ist weltweit die zweithäufigste Todesursache. In Deutschland erleiden etwa 200.000 Menschen pro Jahr einen Schlaganfall. Das Durchschnittsalter bei Männern liegt bei 70 Jahren, bei Frauen sind es 75 Jahre. Doch auch Jüngere kann es treffen: Etwa zehn Prozent der Schlaganfälle treten bei unter 40-Jährigen auf. Selbst Neugeborene und Kinder erkranken – etwa 300 im Jahr, so schätzt man.



Unser Experte: Professor Dr. med. Martin Dichgans, Facharzt für Neurologie

Ursachen: Was passiert beim Schlaganfall im Körper?

Ein Schlaganfall ist eine plötzliche Minderversorgung des Gehirns mit Blut. Die Gehirn-Zellen werden so nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Sie drohen abzusterben. Das betroffene Gehirnareal kann seine Funktion nicht mehr erfüllen, was die Störung bestimmter Gehirn- und Nerven-Funktionen (siehe Symptome) zur Folge hat.

Man unterscheidet zwei Haupt-Ursachen der Gehirn-Minderdurchblutung: Meist sind Blutgefäße "verstopft", beispielsweise durch Arteriosklerose oder einen Embolus (verschlepptes Blutgerinnsel). Hier spricht man vom ischämischen Schlaganfall. Seltener kommt der hämorrhagische Schlaganfall vor, dessen Ursache eine Gehirnblutung ist.

Risikofaktoren: Wer ist Schlaganfall-gefährdet?

Menschen ab 60 Jahren haben ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall. Aber auch junge Menschen sollten die Symptome ernst nehmen und umgehend von einem Arzt abklären lassen. Wachsam sollte vor allem sein, wer einen oder mehrere der folgenden Risikofaktoren aufweist: Arteriosklerose (siehe Ursachen), hoher Blutdruck, hoher LDL-Cholesterinspiegel, hoher Homozysteinspiegel, Diabetes, Übergewicht, Rauchen, Einnahme der Antibabypille (insbesondere in Verbindung mit Rauchen) und ein Schlaganfall bei Verwandten ersten Grades vor dem 66. Lebensjahr. Auch bestimmte Herzerkrankungen und Thromboseneigung begünstigen einen Schlaganfall.

Symptome: Wie äußert sich ein Schlaganfall?

Je nach betroffenem Gehirnareal variieren Symptome und Schweregrad: Während beim einen lediglich der Mundwinkel etwas hängt, kann der andere schlagartig nicht mehr sprechen, sieht nichts mehr oder kann Arm oder Bein nicht mehr bewegen. Typischerweise treten die Beschwerden einseitig auf. Dauern derartige Symptome nur kurz und bilden sich vollständig zurück, spricht man vom Schlaganfall-Vorboten TIA, der auch bei jungen Menschen einer umgehenden ärztlichen Abklärung bedarf (siehe Symptome).

Prävention: Wie beugt man dem Schlaganfall vor?

Viele der genannten Ursachen kann man durch eine gesunde Lebensweise vermindern oder sogar beseitigen. Bewegung, Übergewichts-Reduktion sowie eine ausgewogene Ernährung mit Vollkornprodukten, frischem Obst und Gemüse sind wichtige Elemente. Bei vielen Grunderkrankungen sind auch Medikamente nötig. Nehmen Sie diese unbedingt regelmäßig wie vom Arzt verordnet ein.

Therapie: Wie wird der Schlaganfall behandelt?

In der Notfall-Therapie versucht der Notarzt, Atmung, Kreislauf und Bewusstsein wieder herzustellen. Dazu gibt er Sauerstoff und kreislaufstabilisierende Medikamente, und stellt Blutdruck und Blutzucker ein. In der Klinik wird dann ein Notfall-Computertomogramm (CT, Computertomografie) gemacht, um über die weitere Therapie zu entscheiden. Je nach Ursache wird die Blutung gestoppt oder die Gefäßverstopfung gelöst, dabei kommen Medikamente (Lyse) oder auch eine Operation in Frage. Wichtig für den Therapieerfolg ist auch die frühe Rehabilitation in der Klinik.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


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Gut zu wissen

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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 08.02.2012
Bildnachweis: W&B/Privat, W&B/Szczesny

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