Was ist eine Nierenentzündung?
Bei einer Nierenentzündung sind entweder die Nierenkörperchen (Glomeruli) oder die Harnkanälchen und der sie umgebende Raum (Tubulointerstitium) entzündet. Als Glomerulonephritis bezeichnen Mediziner die Entzündung der Gefäßknäuel in den Nieren (Glomeruli), in denen der sogenannte Primärharn gebildet wird. Nach der diabetischen Nephropathie und den Folgen des Bluthochdruckes sind Glomerulonephritiden die dritthäufigste Ursache für ein chronisches Nierenversagen.
Die Glomeruli bilden die Vorstufe des Urins, den Primärharn. Bei diesem handelt es sich um einen unkonzentrierten Harn, der auf seinem weiteren Weg durch die Nierenkanälchen noch verändert und schließlich über die Harnblase als Urin ausgeschieden wird. In den Glomeruli wird das Blut quasi gefiltert: Flüssigkeit, bestimmte Eiweiße, Salze und andere Stoffe wie oftmals rote Blutkörperchen verlassen die Gefäße und gelangen in den Primärharn. Sind die Glomeruli entzündet und damit geschädigt, wird die Filterfunktion der Niere beeinträchtigt.
Bei der interstitiellen Nephritis sind überwiegend die Harnkanälchen betroffen, als Folge davon treten Störungen in der Konzentrierung des Primärharnes auf.
Bei Nierenentzündungen, die entstehen, ohne dass eine weitere Erkrankung vorliegt, spricht man von primären Glomerulonephritiden. Ist die Entzündung dagegen Folge einer anderen Erkrankung außerhalb der Nieren, handelt es sich um eine sogenannte sekundäre Glomerulonephritis. Je nach Verlauf kann außerdem zwischen einer akuten oder einer chronischen – also längerfristig verlaufenden – Nierenentzündung unterschieden werden.
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18.09.2007, aktualisiert am 31.01.2012
Bildnachweis: W&B/Ibelherr/Szczesny
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